05.11.2014

Verteilung der Gutachten an die MED@P-Gutachterstellen

Aufgrund der vom Bundesgericht im Urteil 137 V 210 geäusserten Kritik werden polydisziplinäre Gutachten im Bereich der Invalidenversicherung seit 1. März 2012 über die sog. MED@P-Plattform ausgelost. Die IV-Stellen-Konferenz und das BSV behaupten, die Auslosung erfolge strikt nach dem Zufallsprinzip, können dies aber nicht belegen,

Problematisch ist. va.a, dass nicht dokumentiert wird, wieviele Gutachterstellen sich bei einer Auslosung jeweisl im Gutachtertopf befanden. Dies verstösst m.E. gegen Art. 46 ATSG, wonach im Sozialversicherungsverfahren alle Unterlagen, die massgeblich sein können, vom Versicherungsträger systematisch zu erfassen sind.

Durch das Med@P-System, das bei der Auslosung nur Gutachterstellen berücksichtigt, die Kapazitäten melden, werden ausgerechnet diejenigen Gutachterstellen bevorzugt, die vor der Einführung der MED@P-Plattform von der IV besonders viele Gutachten erhalten und damit Kapazitäten aufgebaut haben (mutmasslich, weil ihre Gutachten den Erwartungen der IV entsprachen).

Gemäss dem sog. Suisse MED@P-Monitoring 2013 des BSV hat das ABI in Basel, das in der Vergangenheit stark in der Kritik stand, 21.64% der total 4'132 Gutachteraufträge erhalten, also deutlich mehr, als statistisch zu erwarten wären.

Betrachtet man, an welche Gutachterstellen die 3'358 Aufträge für deutschsprachige Gutachten erteilt wurden, so hat das ABI gar 26.62% aller deutschsprachigen Gutachteraufträge erhalten!

1 Kommentar:

HF Rechtsanwälte hat gesagt…

Sorry, vergessen: vgl. auch den Beobachter-Artikel "Spielt die IV falsch Lott?" http://www.beobachter.ch/geld-sicherheit/ahviv/artikel/gutachten_spielt-die-iv-falsch-lotto/