30.09.2006

Schleudertrauma mit Magnetresonanztomografie nachweisbar

Im Rahmen des Nationalen Forschungsprogramms "Muskuloskelettale Gesundheit und chronische Schmerzen" (NFP 53) wurden erstmals Unfallopfer mit einem Schleudertrauma der Halswirbelsäule innerhalb von 48 Stunden mit Hilfe der Magnetresonanztomografie (MRT) untersucht. Dabei fand das Forschungsteam des Inselspitals Bern bei rund der Hälfte von 51 untersuchten Patienten deutliche MRT-Befunde, die im konventionellen Röntgen- oder Computertomografiebild nicht zu sehen sind: kleinste Verletzungen, etwa Mikrofrakturen der Wirbelkörper, Blutungen oder Zerrungen und Einrisse von Bändern und Muskeln. Als nächstes soll nun verfolgt werden, ob es sich dabei um diejenigen Patienten handelt, deren Beschwerden chronifizieren.


Das MRT-Bild der Halswirbelsäule eines Patienten zeigt Blutungen im Wirbelkanal (Pfeil) und am Dornfortsatz eines Halswirbels (Stern).

Schleudertrauma mehr als ein kulturelles Konstrukt


Auch wenn noch unklar ist, welche Tragweite die Feststellungen der Berner Forscherinnen und Forscher haben, zeigen diese doch, dass den Beschwerden von Patientinnen und Patienten mit einem Schleudertrauma objektivierbare Schädigungen zu Grunde liegen. Dass diese oft nicht entdeckt werden, hängt vermutlich damit zusammen, dass einerseits kaum je frühzeitig Untersuchungen mit geeigneten bildgebenden Methoden durchgeführt werden und dass vermutlich auch mit neueren bildgebenden Methoden wie dem MRT nicht alle feinstrukturellen Verletzungen nachzuweisen sind. Auf jeden Fall zeigen die Resultate der NFP-Forscher, dass das Schleudertrauma mehr ist als ein kulturelles Konstrukt bzw. ein "lexigener Gesundheitsschaden", wie uns der Freiburger Sozialversicherungsrechts-Professor Erwin Murer weismachen will. Dessen Erkenntnisse können sich im Gegensatz zu denjenigen der NFP-Forscher nicht auf wissenschaftliche Fakten stützen, sondern sind wohl eher "assekurogen", d.h. bestimmt durch die Interessen der Versicherungswirtschaft.

Den Artikel "Schleudertrauma sichtbar gemacht" aus der Zeitschrift "Horizonte" September 2006 des Schweizerischen Nationalfonds finden Sie hier.

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Sehr interessant.. hab mir erst am Samstag durch einen Auffahrunfall, ein Schleudertrauma (mein zweites aber das erste is schon Jahre her...) zugezogen. Diesen Knall, als ein Autofahrer hintenrein ist, spielt sich immer wieder ab.. - das wir aber auf den Vordermann drauf sind, hab ich nich mitbekommen. - Das einzig gute dabei: Es geht Sekunden schnell.. verwüstet zwar das Auto, weil sämtliche Sachen vor und zurück geschleudert werden, aber es ist zum Glück nicht mehr passiert, außer großes Aua und Auto putt.

ps. das verlixte is nur: mein Kiefer macht noch mehr Probleme als vorher !!